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Mit neongelben Bändern zum organisierten Trampen

Sie wollen dem Verkehr den Kampf ansagen: Bärbel Weidmann aus Feichten (rechts) und Gisa Pauli vom Umweltverband Alztal haben die Aktion SinnVollWertFahren ins Leben gerufen. − Foto: Limmer

30.10.2014

Mit neongelben Bändern zum organisierten Trampen

Frauenduo will erweiterte Sammeltaxi-Idee im südlichen Landkreis etablieren – Gemeinderäte und Vereine in Feichten zeigen sich bereits solidarisch

von Tine Limmer

 

 

Sie wollen dem Verkehr den Kampf ansagen: Bärbel Weidmann aus Feichten (rechts) und Gisa Pauli vom Umweltverband Alztal haben die Aktion SinnVollWertFahren ins Leben gerufen. − Foto: Limmer

 

Trostberg/Feichten. Es kostet nichts außer Zeit und Engagement, um dem überhand nehmenden Verkehr den Kampf anzusagen – das behaupten zumindest Gisa Pauli vom Umweltverband Alztal (UVA) und Bärbel Weidmann aus Feichten. "Aufmerksam machen und ein Zeichen setzen, Umdenken, um den Verkehr in den Griff zu bekommen", so lautet ihr Anliegen. Mit "organisiertem Trampen" unter dem Namen "SinnVollWertFahren" möchten die beiden Schule machen und das umsetzen, was in Südamerika oder Afrika längst an der Tagesordnung ist.

Die Idee ist nicht neu, sondern nur auf die hiesigen Bedürfnisse zugeschnitten. Vorbild sind die in Bolivien fahrenden Sammeltaxis namens Colektivos, die afrikanischen Buschtaxis "Matatu" und "Daladala" oder auch die russischen "Marschrutkas", mit denen täglich bis zu 500 Menschen pro Auto befördert werden. Je nach Vereinbarung kann der Endpunkt des Fahrgastes festgelegt werden, Kosten entstehen nicht.

Gisa Pauli, die sich selbst als unverbesserliche Mobilitätsaktivistin bezeichnet, sieht sich mit Bärbel Weidmann als Vorreiterin der Idee, denn "längst bestimmt nicht mehr der Mensch das Auto, sondern das Auto den Mensch", so beide einstimmig. "Was in Südamerika funktioniert, sollte auch hier umzusetzen sein", zeigt sich Gisa Pauli angesichts von über 100 vergleichbaren kleinen Aktionen deutschlandweit überzeugt.

Vor allem die Älteren in der Bevölkerung sehen die beiden Frauen als einen Teil der Zielgruppe. Schließlich besitzen diese längst nicht immer ein eigenes Fahrzeug und der öffentliche Nahverkehr lasse vor allem auf dem Land zu wünschen übrig, weiß die in Feichten lebende Bärbel Weidmann. Andererseits gebe es viele, die ständig allein im Auto unterwegs sind und ihre Fahrten anders gestalten könnten. Mitnehmen und Mitfahren mache Sinn, die Autos würden voll, jede Begegnung habe einen Wert und das bei jeder Fahrt, so bringt es Weidmann auf einen Nenner.

Dass dieses Konzept in Deutschland schwierig umzusetzen ist, darüber waren sich beide von Anfang an klar und so galt es, die beste, einfachste und kostengünstigste Lösung mit der Nachbestellgarantie zum Umsetzen zu finden. Im Raum standen etwa der Sicherheitsgedanke und zahlreiche Versicherungsfragen. Die daraus resultierende Quintessenz: Im Schadensfall muss jeder Fahrer oder Mitfahrer über seine eigene Haftpflichtversicherung gehen.

Bezeichnend für die neue Aktion sind grellgelbe Leuchtbänder, die auf der einen Seite anzeigen sollen, dass man mitfahren will, und auf der anderen, dass man als Autofahrer bereit ist, jemanden mitzunehmen. Das Band kann getragen oder am Auto angebracht werden. Darauf zu lesen ist neben dem eigenen Namen auch der der Leumunde – schließlich sollen andere Mitglieder die Vertrauenswürdigkeit beglaubigen und so für möglichst große Sicherheit im Netzwerk sorgen.

Die Gemeinde Feichten zeigt sich bereits solidarisch. Hier hat schon jeder Gemeinderat und auch die Vereinsführungen so ein Band. Auch die AWO Trostberg, der Tauschring und die Mitglieder der UVA werden derzeit damit ausgestattet. In München-Grafing sei man ebenfalls kurz vor der Erprobung, weitere Städt hätten ihr Interesse bekundet, so Weidmann.

Genäht werden die Bänder am heimischen Nähtisch. Dafür stehen 140 Quadratmeter neongelber Stoff bereit. Die Logos werden selbst gedruckt und laminiert. Für weitere Fragen steht Bärbel Weidmann unter 08623/6605072 zur Verfügung. Infos auch unter www.sinnvollwertfahrt.de.

 

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Dokument erstellt am 2014-10-30 01:38:57